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Vom Korn zum Korn - Technik der Branntweinherstellung

Die Wurzeln des Alkohols liegen im 10. Jahrhundert. Arabische Ärzte gelten als Erfinder der Destillation. Der damals zunächst aus Wein gewonnene Alkohol hielt im frühen 13. Jahrhundert Einzug in Europa. Zu dieser Zeit wurde Alkohol ausschließlich zu medizinischen Zwecken, z. B. zur Behandlung der Pest, genutzt. Im 16. Jahrhundert stellte man Alkohol dann in größeren Mengen aus Korn her. Er wurde zum Massenkonsumgut. 1507 kam es zur ersten Erwähnung des "Bornewyn"-Zinses, einer frühen Branntweinsteuer. 

Branntwein kann aus allen Stoffen hergestellt werden, die zuckerhaltig sind oder aus denen durch entsprechende Behandlung vergärfähiger Zucker erzeugt werden kann. Durch alkoholische Gärung und anschließende Destillation in einem Brenngerät wird Branntwein gewonnen. Dieser kann anschließend als Trinkbranntwein oder für chemische, technische bzw. pharmazeutische Zwecke eingesetzt werden. Als Branntwein werden nach steuerlicher Definition insbesondere alle Flüssigkeiten mit einem Gehalt von mehr als 1,2 % vol. Ethylalkohol bezeichnet, die durch alkoholische Gärung und anschließende Destillation gewonnen werden. 

Die stärkehaltigen Rohstoffe (in Deutschland vor allem Kartoffeln und Getreide) müssen - um vergärfähigen Zucker zu erzeugen - zunächst vorbehandelt werden. Die Stärke wird dabei mit Wasserdampf aufgeschlossen und dann mit Hilfe von Malz zu Maltose und Glucose gespalten. Diesen Vorgang nennt man Maischen. Die zuckerhaltige Maische wird mit Hefen vergoren. Der darin vorhandene Zucker wird bei der Gärung vollständig in Alkohol und Kohlendioxyd umgewandelt. Nach der Gärung liegt der Alkoholgehalt bei ca. 8-9 % vol.

Der Alkoholgehalt des Branntweins ist abhängig von der verwendeten Brennereieinrichtung und dem Alkoholgehalt der Maische. Zu Anfang liegt der Alkoholgehalt im sog. Vorlauf bei 75 bis 90 % vol. Er nimmt während des Destillierens dann stetig ab. Der Vorlauf enthält allerdings noch belastende Giftstoffe. Der für die Branntweinproduktion maßgebliche Teil, der Mittellauf, liegt zwischen 65 und 75 % vol. Gegen Ende der Destillation folgt dann der ungenießbare Nachlauf. Auch bereits alkoholhaltige Stoffe (z.B. Wein) können nochmals destilliert werden.

Wenn die vergorene Maische in einem Brenngerät unter starker Hitze destilliert, d. h. gebrannt, wird, verdampft der während der Gärung gebildete Alkohol. Brenngeräte bestehen aus einem beheizbaren Gefäß für die abzubrennenden Stoffe (Brennblase), der Verstärkersäule mit bis zu dreißig Glockenböden, denen ununterbrochen vergorene Maische zugeführt werden werden kann, einem Geistrohr und dem Kühler. Mit Durchdringen der übereinander angeordneten Glockenböden werden die bei 78 ºC siedenden Alkoholbestandteile abgetrennt. In der Brennblase bleibt der vom Alkohol befreite Rückstand der Maische zurück, die sog. Schlempe. In einem Kühler werden die Alkoholdämpfe wieder zu einer Flüssigkeit abgekühlt: Branntwein ist entstanden. Durch einen weiteren Destillationsvorgang wird nun aus dem Rohalkohol der "Feinbrand" mit einem Alkoholgehalt von mindestens 96,0 % vol. gewonnen.

Zur Produktion von Branntwein eignet sich Getreide besonders gut. Aus 100 kg Körnern lassen sich 35 bis 38 Liter Alkohol gewinnen. Die nach dem Destillieren zurückbleibende Schlempe gibt ein alkoholfreies, hochwertiges und eiweißreiches Viehfutter. Hierin liegt die Ursache für das Entstehen zahlreicher landwirtschaftlicher Korn-Brennereien. Mit der Bezeichnung Korn dürfen nur Körner der Getreidesorten Weizen, Buchweizen, Hafer, Roggen und Gerste verarbeitet werden.

Grundlage der Produkte des Hauses Kreutzkamp bilden hochwertige Weizendestillate, die seit 1976 aus der Brennerei der früheren Deutschen Kornbranntwein Vermarktungsgesellschaft und heutigen EURO-ALKOHOL-GmbH, an der die Firma Kreutzkamp seit der Gründung der Gesellschaft im Jahre 1930 beteiligt ist, bezogen werden. Informationen über die modernste Kornbrennerei Europas finden Sie unter www.euro-alkohol.de.

Im Wege des Verschnitts, d. h. Hinzufügen von Wasser, wird der Alkohol nun auf Trinkstärke verdünnt. Durch Zugabe von Zucker, Fruchtkonzentraten oder Kräutermischungen, entstehen Kreutzkamp`s weithin bekannte Kräuter und Liköre. Die Käuter wurden zuvor in Alkohol gelagert, um die Geschmacks- und Inhaltsstoffe zu lösen. Geschah dies früher in alten Holzfässern oder Steingutgefäßen, finden nun moderne Kunststoff- oder Edelstahlbehälter Verwendung. Der Vorgang selbst verlangt das gleiche handwerkliche Geschick, mit dem Kreutzkamp`s Destillateure schon seit Jahrhunderten arbeiten.