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der Kreutzkamp's Spirituosen GmbH

Presseschau

04.07.1998, Ruhr-Nachrichten

Geheimrezept mit Tradition - Familie Kreutzkamp produziert seit Jahrzehnten einen "edlen Tropfen"

Cappenberg. "Zuerst gibt man die Kräutermixtur, Alkohol, Zucker und die anderen Zutaten in ein Faß, das Ganze wird von Hand gerührt, abgeschmeckt und in Flaschen abgefüllt." So beschreibt die Familie Kreutzkamp die Herstellung ihres Flaggschiffs der eigenen Schnapsproduktion: des Cappenberger Tröpfchens.

Seit fast 350 Jahren stellen eifrige Braumeister auf dem Grundstück der Familie Kreutzkamp Spirituosen her. Auch die jetzige Geschäftsinhaberin Maria Kreutzkamp produziert heute noch eine Reihe von Schnäpsen selbst, doch nicht mehr wie früher in der eigenen Brennerei, sondern in einem neu errichteten Gebäude. "Das Geschäft läuft bombig", bilanziert ihr Sohn Franz-Peter, ein studierter Jurist, der seine Dissertation über die Cappenberger Bauernbefreiung schrieb und nur gelegentlich in der Firma aushilft. Franz-Peter Kreutzkamp war es auch, der die lange Familiengeschichte der Kreutzkamps in Archiven akribisch aufgearbeitet hat.

Die früheste Urkunde stammt aus dem Jahre 1463. Seine Vorfahren waren damals noch Leibeigene, die Abgaben an das Kloster Cappenberg entrichten mußten. Darüber gibt es einen schriftlichen Beleg, den Franz-Peter Kreutzkamp in einem dicken Ordner mit Dokumenten zur Familiengeschichte aufbewahrt.

Dass auf dem Grundstück der Kreutzkamps schon früh ein Gasthaus stand beweist eine Urkunde von 1652: Ein gewisser Johann Hüger, der Name Kreutzkamp taucht erst 1708 auf, trägt hierin die Berufsbezeichnung "Wirth aufm Nubenhagen".

Prominente historische Persönlichkeiten feierten im Kreutzkampschen Gasthaus. Der Freiherr vom Stein etwa lud seine Nachbarn 1825 zur Hochzeitsfeier seiner ältesten Tochter Henriette. Unter der Ägide von Franz-Peters Großvater Franz Kreutzkamp glitt der spätere Reichskanzler Kurt von Schleicher 1932 bei einer Familienfeier aus und rutschte unter das kalte Büffet.

Nach der Ermordung Schleichers durch die Nationalsozialisten bekam auch Franz Kreutzkamp Probleme mit dem Regime: 1934 besuchte die Dortmunder Zollfahndung unvermittelt den Betrieb. Franz Kreutzkamp wurde das Brennrecht entzogen, und man verurteilte ihn zu einer Geld- und Freiheitsstrafe. Die Strafe mußte er aber niemals antreten, das Brennrecht blieb den Kreutzkamps aber bis zum Ende des 2. Weltkreiges verwehrt. Erst 1951 sicherte sich Karl-Heinz Kreutzkamp, der Ehemann von Maria und Vater von Franz-Peter, ein neues Recht zur Erstellung von Branntwein und nahm den Brennbetrieb wieder auf - bis 1976.

"In den 60er Jahren haben wir dem Zeitgeist entsprechend bis zu 40 Likören hergestellt", berichtet Franz-Peter Kreutzkamp: Nikolatschka und Jamaika Rum, Saurer Kreutzkaemper und sogar Pfefferminzlikör. Das Cappenberger Tröpfchen ist eines der ältesten Getränke und geht vermutlich auf ein Rezept meines Urgroßvaters Engelbert Kreutzkamp zurück", schildert der Urenkel des vermutlichen Erfinders die Geschichte des erfolgreichen Cappenberger Schnapses. Die Umsatzstärke des "Tröpfchens" ist ein Grund mehr, die Mixtur aus Kräutern streng geheim zu halten, denn, so Franz-Peter Kreutzkamp: "Viele andere Betriebe sind scharf darauf, die Mixtur zu erfahren".

Eintrag vom: 04.07.1998