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der Kreutzkamp's Spirituosen GmbH

Presseschau

05.11.1954, Westfälische Allgemeine Zeitung

Nur Zollbeamte dürfen die 1000 Plomben in der Kornbrenerei Kreutzkamp lösen

Jahrhundertealte Mühlen verarbeiten Korn - Brennanlage und Behälter sind abgeschlossen

Cappenberg. Im zweiten Jahr nach der Wiederinbetriebnahme der Kornbrennerei Kreutzkamp ist die Produktion auf das Zwölffache erhöht worden. Während vor einem Jahr nur 1000 Liter Sprit gebrannt werden durften, kann die vor 300 Jahren gegründete Brennerei jetzt 12600 Liter jährlich brennen. Nachdem in den Jahren 1935 bis 1952 das Brennrecht entzogen wurde, hat der jetzige Besitzer im Jahre 1952 wieder die Konzession zum Betrieb einer landwirtschaftlichen Brennerei erhalten. Bei der Zuteilung der jährlich zu brennenden Alkoholmenge ist die Größe der eigenen Landwirtschaft ausschlaggebend. Die anfallende Schlempe ist nach den Vorschriften zur Verfütterung an das eigene Vieh zu verwenden.

Es ist kaum zu glauben, wie viele Vorschriften beim Betrieb einer Brennerei zu beachten sind. Über 1000 Plomben hat das Zollamt Hamm in der Brennerei Kreutzkamp angebracht. Jede Schraube, die mit der Herstellung von Alkohol in Verbindung steht, wurde verplombt. Mit einem eisernen Käfig sind Brennanlage und Lagerbehälter hermetisch abgesperrt. Die Türen sind mit Spezial-Vorhängeschlössern abgeschlossen. Ein Schloß kostet allein 1200 DM.

Es sind so viele Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden, daß ein Schwarzbrennen unmöglich ist. Damit mit dem Spülwasser kein Unfug getrieben werden kann, läuft es in eine Grube, die mit Stalldünger und Koks gefüllt ist. Bei jeder notwendigen Reparatur der Brennanlage muß ein Zollbeamter aus Hamm geholt werden, der den Zugang öffnet und die Arbeiten beaufsichtigt. Es kann vorkommen, daß beim Eindrehen einer neuen Glühbirne ein Zollbeamter nach Cappenberg kommen muß.

Auch die Arbeitszeiten sind vorgeschrieben. Von 7 bis 18 Uhr darf nur gebrannt werden. An Sonn- und Feiertagen ist das Brennen verboten. Laufend werden unverhoffte Kontrollen durch das Zollamt vorgenommen. Damit die Zollbeamten nachts unverhoffte Kontrollgänge ausführen können, muß der Schlüssel an einer bestimmten Stelle greifbar sein.

In der Brennerei Kreutzkamp wird Roggen und Weizen gebrannt. Gemahlen wird das Korn in jahrhundertealten Mühlen. 72 Stunden wird das gemahlene Getreide unter Zusatz von Schwefelsäure gemaischt. Dann beginnt der Brennprozeß. 96 Prozent Alkoholgehalt hat der Sprit, wenn er fertig ist. Nun beginnt das Mixen der bekannten "Kreutzkamp"-Getränke. "Die Milde unserer Getränke ist auf unseren eigenen 42 Meter tiefen Brunnen zurückzuführen", sagte Brennereibesitzer Karl-Heinz Kreutzkamp.

Eintrag vom: 05.11.1954